Pax Dei Performance und Grafik: Erfahrungen auf dem PC
Einschätzung zu Performance, Grafikqualität und Einstellungen von Pax Dei auf einem Gaming-PC.
Einschätzung zu Performance, Grafikqualität und Einstellungen von Pax Dei auf einem Gaming-PC.
Bevor wir in die Details gehen, kurz mein Test-Setup: Ich habe Pax Dei auf einem mittleren Gaming-PC gespielt – RTX 3080, Ryzen 7 5800X, 32 GB RAM, installiert auf einer NVMe SSD. Monitor ist ein 1440p-Display mit 144 Hz, gespielt wird aber hauptsächlich in 1080p und 1440p für Vergleichsmessungen. Das System liegt oberhalb der offiziell empfohlenen Spezifikationen, ist aber kein High-End-Monster.
Getestet habe ich über mehrere Sessions hinweg, jeweils 2–3 Stunden am Stück, in unterschiedlichen Spielbereichen: in kleinen Dörfern mit wenigen Spielern, in größeren Siedlungen mit 20+ Mitspielern und beim Erkunden einsamer Regionen.
Pax Dei setzt auf eine retourierende, eher realistische Optik. Es gibt keine bunten Effekte oder übertriebene Magie-Animationen, sondern Landschaften, die wie mittelalterliche Gemälde wirken. Belichtung ist dezent, Farben sind gedeckt, Texturen wirken handwerklich statt hochglänzend. Wer das realismus-betonte Aussehen schätzt, fühlt sich sofort wohl. Wer aber mit Unreal Engine 5 Power- präsentationen à la Windrose oder Black Myth Wukong vergleicht, wird enttäuscht.
Die Beleuchtung ist dynamisch, mit Tag-Nacht-Wechsel und wechselndem Wetter. Die Schattenqualität schwankt je nach Einstellung stark – auf "Mittel" wirken sie blockig und hart, auf "Hoch" dann deutlich natürlicher. Wasseroberflächen sind ordentlich, aber auf enthusiastischem Niveau würde ich sie nicht nennen. Generell ist die Grafik etwas, das mir in der Entwicklungsphase noch Luft nach oben hat.
In 1080p mit "Hoch"-Preset erreiche ich konstante 80–100 FPS in dünn besiedelten Gebieten. In Siedlungen mit vielen Mitspielern und Bauten sinken die FPS auf 50–70, was insbesondere bei großen Märkten spürbar wird. In 1440p fallen die Werte rund 20–30 % niedriger aus – das Spiel bleibt spielbar, aber man merkt, dass Pax Dei aktuell nicht für hohe Auflösungen optimiert ist.
Besonders auffällig: Die CPU-Auslastung liegt oft bei 70–90 % auf einem Kern. Das deutet darauf hin, dass Pax Dei stark Single-Thread-limitiert ist. In Siedlungen spürst du die Last mehr auf der Grafikkarte, weil viele Modelle gleichzeitig dargestellt werden müssen. Die 32 GB RAM hatten nie Probleme – Pax Dei benötigt in meinem Setup rund 14 GB, ist aber als 64-Bit-Anwendung fuer mehr "Luft" oben eher konservativ.
Nach etlichen Prozenten Hin- und Herprobieren haben sich folgende Einstellungen als optimaler Kompromiss aus Optik und Performance erwiesen:
Mit diesen Einstellungen laufe ich konstant über 60 FPS, in einsamen Regionen auch mal 90+. Die Optik leidet spürbar – aber nicht extrem. Die Animationen wirken durchschnittlich, Manchmal hapert es bei Übergängen, etwa wenn aus dem Lauf in eine Emote gewechselt wird. Für ein Spiel in der Entwicklungsphase tolerabel, für das finale Release sollte hier noch nachgelegt werden.
In meinen Test-Sessions hatte ich drei Abstürze – alle in Situationen mit vielen Mitspielern und rapiden Render-Änderungen. Das ist nicht schockend für ein Spiel in der Entwicklungsphase, sollte aber erwähnt werden. Es gab immerhin einige Animationen, die gelegentlich hängen blieben – dann halfs, einige Sekunden zu warten oder die Position erneut zu betreten. Die Ladezeiten sind dank NVMe in einem vertretbaren Bereich (unter 5 Sekunden), ohne SSD dürften sie allerdings deutlich unkomfortabler ausfallen.
Aktuell empfinde ich Pax Dei als performance-technisch uneinheitlich: In ruhigen Regionen läuft das Spiel flüssig und fehlerfrei, in belebten Bereichen hapert es merklich. Schuld daran ist nicht nur die Optik, sondern auch die Single-Thread- Limitierung. Das ist ein bekanntes Problemchen in MMOs mit sehr dynamischen, von Spielern bebauten Welten.
Ich gehe davon aus, dass mit fortschreitender Entwicklungsphase einige Stellschrauben aktiviert werden. Es ist nicht unrealistisch, dass Pax Dei in 6–12 Monaten sichtlich performanter läuft. Bis dahin empfehle ich das Spiel anspielenden Spielern, sich auf "Mittel"-Einstellungen einzulassen und nicht mit maximalen Details bei großen Siedlungen zu überfordern. Wer auf 4K hofft, sollte aktuell noch warten.